| Verfasst am: 30.01.2010, 09:23 | |
|
Wenn es um das Thema Pflanzenernährung geht, scheinen deren Besitzer in zwei Gruppen zu fallen. Die einen stehen auf das Motto „Viel hilft viel“; die anderen glauben, ihre Schätzchen können von Luft und Liebe allein leben. Beides ist für Pflanzen auf Dauer ungesund – genauso wie zuviel oder zuwenig Essen für den Menschen.
Leider gibt es beim Thema Dünger noch viele Vorurteile – als „zu kompliziert“ abgetan werden Pflanzen oft mit völlig ungeeigneten Düngern halb umgebracht oder müssen gänzlich ohne Nährstoffe hungern. Dabei braucht es nur ein paar Eckdaten, auf die zu achten wäre. Was benötigen Pflanzen? Basiselemente eines Düngers: Stickstoff (N) - wird von den Pflanzen vor allem für die Bildung von Blattmasse benötigt. Ein Zuviel verursacht meist lange, blasse und kränkliche Triebe. Phosphor (P) - wird von den Pflanzen u.a. für die Förderung der Blüte benötigt. Kalium (K) - fördert Trieb- und Fruchtwachstum; erhöht die Fähigkeit von Pflanzenzellen, Wasser aufzunehmen. Nach neuesten Erkenntnissen bringt eine kalibetonte Düngung zur besseren "Winterhärte" von Gehölzen nichts. Mineralstoffe: weitere nichtorganische Nährstoffe, die von Pflanzen (meinst in geringen Mengen) benötigt werden können, z.B. Magnesium, Eisen, usw. Phosphor, Kalium und Mineralstoffe sind schwer löslich und werden im Boden gebunden. Damit ist die Gefahr des Überdüngens bei diesen Bestandteilen am höchsten. Stickstoff wird schneller ausgewaschen, belastet dann aber als Nitrit das Grundwasser. Verwirrende Angaben? Begriffserklärungen rund um Düngemittel: Volldünger: Enthält alle 3 Basiselemente - also N-P-K (die Zahlen geben immer an, wie viele Prozent der Gesamtmasse auf das jeweilige Element entfallen) und meist noch weitere Spuren- und Mineralstoffe. Organischer Dünger: Düngemittel aus "natürlichen" Bestandteilen, z.B. Mist oder Hornspäne, die Aufschließung der Nährstoffe erfolgt erst durch Bodenmikroorganismen, sprich die Nährstoffe stehen den Pflanzen nicht sofort zur Verfügung. Mineralischer Dünger: anorganischer Dünger, der die bereits aufgeschlossenen Nährstoffe in Form von Salzen enthält, diese stehen den Pflanzen somit meist sehr schnell zur Verfügung - besonders schnell in Form von Flüssigdünger. Kunstdünger: jeder synthetische hergestellter Dünger - egal ob organisch oder mineralisch. Gründüngung: Genau genommen wird damit das Einarbeiten von grünen Pflanzen oder angewelktem Pflanzenmaterial bezeichnet. Meist bezieht sich dieser Begriff bereits auf den gezielten Anbau spezieller Pflanzen zur Anreicherung des Bodens mit Stickstoff (Hülsenfrüchte) oder zur Nematoden-(Fadenwürmer-)Bekämpfung (Tagetes).
Foto: Kaffeesatz und Banane – für Pflanzen eine vollständige „Mahlzeit“. Was kann man nehmen? Was eignet sich als Düngemittel: Blaukorn: ein eingefärbter, synthetische Volldünger - nicht mehr und nicht weniger (also weder ein Wunderheilmittel noch Teufelszeug). Bananen(schalen): Bananen enthalten viel Kalium (durchschnittlich 393 mg je 100 g) und können daher überall dort, wo ein Kalidünger benötigt wird, eingesetzt werden. Zusätzlich wird auch noch Magnesium (36 mg je 100 g) zur Verfügung gestellt - auch dies kommt dem Pflanzenwachstum zu Gute. Kaffeesatz: Kaffeesatz enthält neben einem hohen Stickstoff-Gehalt auch noch Phosphor, Kalium und weitere Mineralstoffe = somit als organischer Volldünger einsetzbar. Kalk: Eine Kalkdüngung erhöht den ph-Wert des Bodens (somit ungeeignet bei Pflanzen, die einen eher niedrigen ph-Wert bevorzugen) und dient auch zur Versorgung der Pflanzen mit Kalzium und Magnesium. (Ur-)Gesteinsmehl: ein Bodenhilfsstoff aus Basaltmehl, liefert einen hohen Anteil an Eisen und Magnesium. Erhöht jedoch (wie Kalk) den ph-Wert des Bodens (also nicht bei so genannten Moorbeetpflanzen verwenden). Hornspäne/Hornmehl: Beide Produkte liefern ausschließlich Stickstoff (einseitiger, organischer Dünger). Hornspäne werden über einen längeren Zeitraum zersetzt, der im Hornmehl enthaltene Stickstoff wird etwas schneller aufgeschlossen. Holzasche: (Unter der Voraussetzung, dass unbehandelte Hölzer verbrannt wurden!) ein organischer Kaliumdünger, der aber stark alkalisch wirkt und somit nicht bei Pflanzen angewendet werden sollte, die einen eher niedrigen ph-Wert bevorzugen. (Am besten über den Umweg Komposthaufen ausbringen.) Eisen: ein hoher ph-Wert (bereits über 6) des Bodens kann die Aufnahme von Eisen blockieren. Einige Pflanzen reagieren darauf mit Chlorose (Schadbild: gelbe Blätter, grüne Blattadern), mit einem speziellen Eisendünger (= Eisenüberangebot) bekämpft man aber nur die Symptome nicht jedoch die Ursache. Kompost: ein organischer Volldünger, dessen Zusammensetzung abhängig vom kompostierten Material stark unterschiedlich sein kann. Achtung: Auch mit Kompost können Gartenböden stark überdüngt werden! Die auszubringende Menge sollte daher - abhängig vom Bodentyp - 2 bis 5 Liter pro Quadratmeter = 2 bis 5 mm (Millimeter!) pro Jahr nicht übersteigen. Und was sollte man noch beachten? Notizen rund ums Düngen:
Autor: federmohn Auflösung der letzten Woche: Flechten gehören zum Reich der a) Pilze. Flechten bestehen aus einer Symbiose zwischen Pilzen und meistens Algen (manchmal auch Bakterien). Da aber immer der Pilz der "Hauptbestandteil" der Symbiose ist und die Flechten auch nach den Pilz benannt werden, werden sie dem Reich der Pilze zugeordnet. |
|
|
| |